Kundgebung

02. September | 16.00 | Polnisches Institut Berlin [Burgstr. 27 in 10178 Berlin]

Rozbrat, eines der wichtigsten linken Zentren in Polen ist nach 25 Jahren akut bedroht! Es liegt an uns allen es zu verteidigen.

Im Gegensatz zu anderen kulturellen Einrichtungen war das Rozbrat immer autonom. Autonom von staatlichen Institutionen. Ähnlich wie in Berlin ist auch in Polen zu beobachten, dass alternative Einrichtungen aus politischen und ökonomischen Gründen verdrängt werden sollen. Mehrere Generationen von Aktivist*innen, die bei vielen bedeutenden Mobilisierungen und Debatten über gesellschaftliche Themen eine entscheidende Rolle spielten, haben sich im Rozbrart organisiert. In der Vergangenheit haben Aktivist*innen aus dem Rozbrat offensiv und in solidarischer Art und Weise die am meisten ausgegrenzten Bewohner*innen der Stadt, verteidigt und unterstützt. Sie haben Dutzende von Arbeits-, Mieter*innen- und Umweltprotesten angestoßen. Weit über die Szene und über Poznan hinaus, ist das Rozbrat eine wichtige kulturelle und politische Institution in Polen.

Die allgemeinen politischen und gesellschaftlichen Prognosen und Entwicklungen in Polen sind seit Jahren mehr als düster, da nicht nur eine nationalkonservative Regierung an der Macht ist, sondern auch die extreme Rechte immer brutaler und selbsbewusster agieren kann. Zuletzt war dies bei den gewalttätigen Übergriffen gegen LGBTIG – Aktivist*innen in Białystok zu sehen. Autoritäre Tendenzen, innerhalb des Staates durch den Ausbau polizeilicher Befugnisse und brutale Repression wie zum Beispiel gegen linke Klimaaktivist*innen, ermutigen die Rechten.

Die Regierung [PIS] versucht seit Jahren nicht nur Medien und Gerichte für sich zu vereinnahmen, sondern bekämpft auch aktiv die kritische Zivilgesellschaft in Polen.

Gleichzeitig herrscht gesellschaftlich ein gnadenloser Turbokapitalismus. Wer nicht Teil der neoliberalen Leistungsgesellschaft ist, wird ausgegrenzt. Auch in Polen hat in vielen Großstädten die Gentrifizierung der Innenstädte in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Wer seine Wohnung nicht halten kann, wird hemmungslos zwangsgeräumt.

Alternative Einrichtungen sind in Polen nur wenige zu finden. Das Rozbrat ist eine der wichtigsten echten Alternativen in einer ansonsten vom staatlich geförderten patriotischem Kitsch gelangweilten und von hochkommerzialisierter Kultur ausgegrenzten Bevölkerungslandschaft.

Wer echte Opposition sucht und die konservativen neoliberalen Arschlöcher in Polen genauso hasst wie die faschistische Rechte, ist dazu aufgerufen das Rozbrat und andere autonome Projekte mit allen verfügbaren Mitteln aktiv zu unterstützen.

Mehr Infos: http://www.rozbrat.org
Demo: 14.09.2019 | 13.00 | Poznan

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Selbstverständnis

PostKom versteht sich als eine Plattform verschiedener Aktivist*Innen und Interessierter, die in postkommunistischen Ländern Ost- und Südeuropas solidarisch aktiv sind und emanzipatorische linke Gruppen unterstützen.

Ziel ist es politische und soziale Themen des postkommunistischen Raumes in den Fokus zu stellen und aktive und interessierte Menschen miteinander zu vernetzen, sowie zum Austausch anzuregen. Darüberhinaus wollen wir Vorschläge erarbeiten für eine internationalistische klassen- und bewegungsorientierte Politik die solidarisch ist, über Ländergrenzen hinaus geht und Lust aufs mitmachen macht. Dafür ist ein regelmäßiger PostKom Tresen in Berlin geplant, der auch zur Präsentation von aktuellen Projekten genutzt werden kann.

Des Weiteren veranstalten wir Vorträge und Informationsabende zu relevanten Themen und beleuchten die Berichterstattung aktueller Ereignisse vor Ort.

Wieso Solidarität mit emanzipatorischen/ linken Gruppen im postkommunistischen Raum? Aktivist*Innen der Region sind mit finanziellen und politisch prekären Bedingungen konfrontiert. Dazu gehören schwerpunktmäßig: Politischer Rechtsruck, neoliberaler Ausverkauf + wenig soziale Absicherung, Korruption, Antiziganismus, Umweltverschmutzung, Antifeminismus, Homophobie, Antikommunismus, Nationalismus, eingeschränkte Pressefreiheit etc.

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*Wir bieten Vorträge zu den Themen; Rechtsruck in Osteuropa, Geschichte und aktuelle Kämpfe sozialer Bewegungen mit dem Schwerpunkt auf Polen an, die wir gerne auf euren Veranstaltungen halten.

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